Ziel des Vorhabens ist es festzustellen, welche Farbechtheit bei textilen Belägen erforderlich ist, um je nach Verwendungsbereich reinigungstechnische Anforderungen zu erfüllen. Aus diesem Grund wird die Wirkung von Bestandteilen aus Reinigungsmitteln auf die Färbung und das Fasermaterial durch geeignete Labortests überprüft. Ähnlich der Licht- und Wasserechtheit sollen diese Untersuchungen zu abgestuften Bewertungen führen, die zu einem Bestandteil der Produktbeschreibung werden. Aus diesen Bewertungen sollen für Ausschreibungen Empfehlungen für den einzusetzenden textilen Belag und die vorzusehende Reinigung abgeleitet und festgelegt werden. Darüber hinaus soll geklärt werden, welche besonderen Maßnahmen seitens der Fasern und Farbgebung ergriffen werden müssen, um extreme Echtheiten gegenüber desinfizierenden Mitteln in sogenannten Risikobereichen zu gewährleisten.
Mittels einer im Rahmen dieses Vorhabens entwickelten Schnelltestmethode, der sog. Tacker-Chromatographie-Methode, wurde der Einfluss von Einzelkomponenten aus Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie handelsüblichen Produkten auf die Echtheit der Färbung unterschiedlicher textiler Beläge untersucht. Die mit dieser Methode erzielten Ergebnisse wurden anhand normierter Farbechtheitsprüfungen, die auf gereinigten Waren durchgeführt wurden, auf die Praxisrelevanz und Vergleichbarkeit überprüft. Zusätzlich erfolgte eine Bewertung der Farbveränderungen, die nach verschiedenen Reinigungsarten auftreten kann. Die Tacker-Chromatografie-Methode lässt die Bewertung eines Reinigungs-, Desinfektionsmittels oder einer darin enthaltenen Einzelkomponente in Bezug auf die Farbechtheit eines textilen Bodenbelages zu. Es kann eine Aussage darüber getroffen werden, inwiefern eine Prüfsubstanz die Migration der Farbstoffe aus dem textilen Bodenbelag in ein ungefärbtes Begleitgewebe aus Baumwolle ermöglicht. Nach den Ergebnissen dieses Forschungsvorhaben haben sich verschiedene Substanzklassen bezüglich der erwarteten Echtheit gegenüber Färbungen als problematisch erwiesen. Es sind dies verschiedene Gerüststoffe für Shamponiermittel, Filmbildner sowie anionische Tenside in höheren Konzentrationen und verschiedene kationische Tenside, bzw. Desinfektionsmittel. Die Ergebnisse der Tacker-Chromatographie-Methode korrelieren mit den Werten der Gebrauchsechtheiten wie Wasser- und Reibechtheit, so dass dieses Verfahren eine schnelle und einfache Möglichkeit darstellt, die Echtheit eines textilen Belages gegenüber Reinigungs- und Desinfektionsmitteln und deren Einzelsubstanzen zu überprüfen. Nach den Ergebnissen dieses Vorhabens können für die Hersteller von Reinigungsmitteln Empfehlungen bei der Entwicklung neuer Produkte ausgesprochen werden. Zudem wird aus den Ergebnissen dieses Projektes ersichtlich, dass sowohl bei den Reinigungsmitteln wie bei den Teppichherstellern ein dringender Handlungsbedarf im Hinblick auf die Produktentwicklung von textilen Bodenbelägen in Bezug auf die Reinigung besteht. Shampoonier- und Sprühextraktionsreiniger werden im Hinblick auf ihre Schmutzlöse-, Schmutztrage- und Schmutzabtransportverhalten kontinuierlich verbessert. Gleichzeitig optimieren die Hersteller textiler Bodenbeläge ihre Färbeverfahren in ökologischer (kürzere Flottenverhältnisse, Energieersparnis) und humantoxischer Hinsicht (Art des Farbstoffs). Es findet jedoch kein Austausch beider ursächlich am Reinigungsprozess beteiligter Parteien über die Auswirkung der neuen Produktentwicklungen auf die Farbechtheit der textilen Bodenbeläge in Bezug auf die Reinigung statt.
Wir danken dem Forschungskuratorium Textil e.V. für die finanzielle Förderung des Forschungsvorhabens (AiF Nr. 12392), die aus den Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) erfolgte.
Der Schlussbericht ist als Schriftenreihe (2001/71) beim TFI erhältlich.