Ziel war es, in Zusammenarbeit zwischen STFI e.V. und TFI e.V. einen Teppichbodenrücken zu entwickeln, der hinsichtlich seiner Nutzungseigenschaften die Vorteile herkömmlicher 2-D-Vliesrücken um eine hohe Elastizität erweitert. Hierzu wurden unterschiedliche 3-D-Vliesstoffe bezüglich ihrer Eignung als Teppichbodenrücken untersucht und den speziellen Anforderungen angepasst. Dabei wurden die Möglichkeit des Einsatzes von Recyclingfasern aus Teppichboden sowie die resultierenden Kosten ermittelt. Bei der Vliesstoffentwicklung wurde zudem eine Optimierung der Verlege- und Liegeeigenschaften angestrebt.
Durch eine vermehrte senkrechte Faserausrichtung bei 3-D-Vliesstoffen lässt sich bei moderaten Belastungen das Elastizitätsverhalten deutlich steigern. Der bei der Teppichbodenproduktion notwendige Kaschierprozess zum Aufbringen des Vliesstoffes auf die Rohware reduzierte das Elastizitätsverhalten des Vliesstoffes wieder. Parameter wie Faser- und Vliesstoffart einschließlich nachgeschalteter Thermokalibrierung haben Einfluss auf die Vlieseigenschaften nach dem Kaschieren. Um über die Lebensdauer eines Teppichbodens ein konstantes Elastizitätsverhalten zu erreichen, ist eine starke Verfestigung des 3-D-Vliesstoffes notwendig. Unter dem Gesichtspunkt der mechanischen wie auch der Geruchseigenschaften ist ein 15%iger Reißfaseranteil im Vliesstoff unproblematisch, jedoch ökonomisch unbedeutend. An kaschierten Proben mit einem 15%igen Anteil an Reißfasern aus Altteppichboden im Vliesstoff wurde keine erhöhte mikrobielle Belastung gegenüber einer Vergleichsprobe aus Primärfasern ermittelt.
Gegenüber dem in dem Forschungsvorhaben betrachteten Vergleichsvliesstoff liegen die Kosten der 3-D-Vliesstoffe um rund 2/3 höher. Ein möglicher Ansatz für den Einsatz von Multiknit-Vliesstoffen könnte die Vermarktung ihres attraktiven Oberflächenbildes sein.
Wir danken dem Forschungskuratorium Textil e.V. für die finanzielle Förderung des Forschungsvorhabens (AiF-Nr. 12880 BG), die aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto-von-Guericke" e.V. (AiF) erfolgte. Weiterhin danken wir einer Vielzahl von Unternehmen und Vereinigungen, die mit konstruktiver Zusammenarbeit, der Bereitstellung von Material und Anlagen, Know-How und fachlicher Kompetenz zum Gelingen dieses Forschungsvorhabens beigetragen haben.
Der Schlussbericht ist als Schriftenreihe des TFI (2003/77) zu beziehen.