Das Ziel dieses Forschungsvorhabens bestand darin, Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen neuartigen Einflüssen, Wechselwirkungen und damit verbundene Farbänderungen in der Nutzungsphase textiler Bodenbeläge zu gewinnen. Daraus sollte eine Bewertungsmatrix erstellt werden, die dem Anwender in der Teppichbodenproduktion Hinweise für die Produktion besonders farbstabiler Bodenbeläge und Anmerkungen zu kritischen Systemen in Bezug auf Farbstoffe, Färbeverfahren und Ausrüstungen gibt. Der Lösungsweg zur Erreichung des Forschungsziels sah zum einen eine Dokumentation der Belastungen in realen Objekten vor. Daneben sollten Versuchswaren hergestellt werden, an denen diese Belastungen im Labor simuliert werden sollten.
In diesem Forschungsvorhaben wurden zum einen die Belastungen von insgesamt 16 Objekten dokumentiert, zu anderen wurden 68 Versuchswaren hergestellt und 15 weitere Waren von den Herstellern bereitgestellt.
Die Ergebnisse der Langzeituntersuchungen in den Objekten zeigen die Teppichböden als sehr farbstabil. An einigen wenigen Stellen wurden geringe Farbänderungen durch Lichteinwirkung gefunden. Stärkere Farbänderungen ergaben sich teilweise durch Anschmutzung und mechanische Belastung. Die Ergebnisse der Laborversuche zeigten einen deutlichen Einfluss des verwendeten Fasermaterials auf die Farbstabilität der textilen Bodenbeläge. Dabei wirkt sich jede Hitzebehandlung, die im Laufe der Garnherstellung auf das Material einwirkt, negativ aus. Als wirklich signifikantes Belastungselement stellten sich die Prüfungen der Farbechtheit gegen künstliches Licht und der Farbechtheit gegen künstliches Licht bei hohen Temperaturen dar. Mit der Farbechtheit gegen künstliches Licht bei hohen Temperaturen erschließt sich eine neue Prüfmöglichkeit, die durch bis zu zehnfach verkürzte Prüfzeiten und deutlich verringertem Bewertungsaufwand wesentlich wirtschaftlicher durchgeführt werden kann. Zusätzlich bezieht sie den Faktor der erhöhten Temperatur, die durch Sonneneinwirkung auf den Bodenbelägen erzeugt werden, in die Belastung ein. Klärungsbedarf besteht jedoch im Hinblick auf die interlaborative Vergleichbarkeit und die Bestrahlungsstärken, die tatsächlich in den Objekten entstehen.
Die Auswertung der Versuchswaren mit Hilfe von mikro- und makroskopische Untersuchungen, Quellungs- und Lösungsreaktionen sowie REM-Aufnahmen konnte keine Erkenntnisse über Fasersubstanzschädigungen liefern.
Wir danken dem Forschungskuratorium Textil e.V. für die finanzielle Förderung des Forschungsvorhabens (AiF 15125 N), die aus den Haushaltsmitteln des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) erfolgte.